Im Blickpunkt: Mai / Juni 2004 Aktuelles Heft
 
Das Münzthema des Jahres: Erweiterung der EU

10 neue Mitglieder hat
die Europäische Union
ab Mai. Viele Staaten
würdigen das Ereignis
auf Gedenkmünzen.

Die Schrift ist auf der
deutschen Münze zur
EU-Erweiterung in Art
der Parlamentssitze in
Brüssel angeordnet.

Silber-Gedenkmünzen
aus Spanien, Frankreich
und Österreich zur EU-
Erweiterung.

Der 6. Mai 2004 ist Erstausgabetag der deutschen 10-Euro-Silbermünze zur EU-Erweiterung. Das wichtigste diesjährige Münzenthema Europas wird auch von anderen Ländern gebührend gewürdigt.

Was am 16. April 2003 in Athen bereits ausgehandelt wurde, ist nun Wirklichkeit: Zehn weitere Länder sind der Europäischen Union am 1. Mai 2004 offiziell beigetreten. Die neuen Mitgliedsländer Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern haben nun den selben Status wie Dänemark, Großbritannien und Schweden. Sie sind EU-Mitglied, gehören aber nicht der Währungsunion an. Vorerst wird es also keine neuen Euro-Münzen geben.

Vorerst nicht, versteht sich! Schließlich haben einige Beitrittsländer schon ihr Interesse am Euro angekündigt. Allen voran das größte Beitrittsland Polen, was eine neue 200-Zloty-Goldmünze, die der EU-Erweiterung gewidmet ist, par excellence belegt. Sie stellt als Motiv eine gedrehte Euro-Münze ins Zentrum, wobei auf der nationalen Bildseite bereits der polnische Wappenadler angedeutet ist.

Münzen künftiger Euro-Länder erst ab 2008

Bevor jedoch mit eigenen Euros von Polen – wie auch der anderen EU-Mitglieder, die noch nicht der Währungsunion angehören – zu rechnen ist, dürften noch einige Jährchen verstreichen. Selbst wenn ein Land jetzt sofort die Teilnahme am Euro beantragen sollte, würde zunächst eine Wechselkursphase von zwei Jahren folgen. Danach könnte der Kandidat theoretisch mit den Vorbereitungen zur Herstellung eigener Euro-Münzen beginnen, was – wie die Erfahrung gelehrt hat – einige Zeit in Anspruch nimmt. Deshalb wird in Fachkreisen realistischer Weise frühestens ab 2008 mit weiteren Erstausgaben gerechnet. Bis dahin bleibt für Euro-Sammler zunächst alles beim alten, oder besser gesagt „jungen alten“ – schließlich befindet sich die Euro-Ära erst im dritten Jahr.

Deutscher Silber-Euro „EU-Erweiterung“

Das Thema EU-Erweiterung wird auch auf einer deutschen 10-Euro-Gedenkmünze gewürdigt, die am 6. Mai 2004 erscheint. Der Entwurf stammt von Aase Thorsen aus Molsberg und zeigt die Eckdaten der EU-Geschichte: Vom Schuman-Plan einer Integration der westeuropäischen Kohle- und Stahlindustrie 1950, zu den sechs Gründungsmitgliedern der EGKS (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl) bis zur jetzigen, bislang größten Erweiterung der Europäischen Union mit Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern.

Die Schriftzüge auf der Münze sind dabei in konzentrischen Ringen angeordnet und verweisen auf die Sitzreihen im Brüsseler EU-Parlament. Interessant ist auch, dass die Mitgliedsländer in ihrer jeweiligen Landessprache genannt sind. Damit setzt der Entwurf auf gelungene Weise die Europäische Idee von der „Vielfalt in Einheit“ um.

„Freude schöner Götterfunken“

Als Randschrift wurde die Anfangszeile von Friedrich Schillers „Ode an die Freude“ festgelegt: FREUDE SCHÖNER GÖTTERFUNKEN. Von Ludwig van Beethoven zu seiner Neunten Symphonie vertont, wurde sie 1972 durch den Europarat als eigene Hymne angenommen. Der bekannte Dirigent Herbert von Karajan wurde seinerzeit damit beauftragt, drei Instrumentalfassungen für Solopiano, Blas- und Symphonieorchester zu arrangieren.

Mit dem Titel „EU-Erweiterung“ greift der dritte deutsche Silber-Euro 2004 nicht nur das wichtigste europäische Münzenthema des Jahres auf, sondern passt obendrein perfekt in die neue länderübergreifende Europa-Serie mit dem Euro-Stern (wir berichteten darüber).

Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN, Ausgabe Mai / Juni 2004.


 


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