Leserforum: Die Redaktion anwortet auf häufige Fragen Aktuelles Heft
 
Die deutschen Prägestätten seit 1871

 

 

Ihrem Artikel „Vom Ursprung der deutschen Prägezeichen“ ist zu entnehmen, dass die Zuordnung der Prägebuchstaben offensichtlich alphabetisch vorgenommen wurde. Meine Fragen: Warum fehlt das „I“? Und: Existierten im Kaiserreich/Deutschland nur die genannten neun Prägestätten?

Stephan Andrè,
10249 Berlin

Anmerkung der Redaktion: Auf das große „i“ hat man wegen der Verwechslungsgefahr mit dem „J“ bei der Vergabe der Prägebuchstaben im Deutschen Reich verzichtet.
Hier nochmals die komplette Aufstellung der deutschen Münzstätten (mit Jahreszahlen):
A = Berlin
B = Hannover (1872-1878)
B = Wien (1938-1944)
C = Frankfurt am Main (1872-1887)
D = München
E = Dresden (1872-1887)
E = Muldenhütten (1887-1953)
F = Stuttgart
G = Karlsruhe
H = Darmstadt (1872-1882)
J = Hamburg (ab 1875)
T = Tabora, Deutsch-Ostafrika (1916)

 

Deutsche Prägebuchstaben, eine Ergänzung

 

 


In Ihrer Antwort auf die Leserfrage (DMM5/2001, Leserforum) haben Sie eine „komplette“ Aufstellung der deutschen Münzstätten angefügt, die jedoch keineswegs komplett ist. Darf ich Sie darauf hinweisen, dass Sie zum Beispiel die (bis 1688) größte Münzstätte von Brandenburg-Preußen, nämlich Königsberg (Prägezeichen „E“), nicht aufgeführt haben, wie auch B = Breslau, F = Magdeburg, D = Düsseldorf u. a. fehlen. In Ihrer Aufstellung wäre demnach nachzutragen:
B = Breslau (1750-1768,
1799-1803, 1812-1826)
B = Glatz (1813)
C = Kleve (1750-1767)
D = Düsseldorf (1817-1848)
D = Aurich (1750-1763)
E = Königsberg (1261-1309,
1456-1728, 1751-1803)
F = Magdeburg (1750-1769)
G = Stettin (1752-1754).

Friedrich Borchert
21682 Stade

Anmerkung der Redaktion: Vielen Dank für den Nachtrag. Allerdings bezog sich die Leseranfrage von Stephan Andrè in unserer vorigen Ausgabe auf die Prägestätten im deutschen Kaiserreich, weshalb wir in der Antwort eben nur die deutschen Münzstätten ab 1871 aufgeführt haben.

 

Unbegrenzte Wertgarantie bei D-Mark-Münzen

 

 

Sie schreiben, dass das Bundesministerium der Finanzen für Gedenkmünzen eine Wertgarantie ohne zeitliche Begrenzung gibt. Bedeutet das, dass die DM-Gedenkmünzen ohne zeitliche Begrenzung zum ehemaligen Münzwert eingetauscht werden können? Sind dabei eventuell Gebühren zu entrichten?

Karl-R. Geist
88709 Meersburg

Anmerkung der Redaktion: Die Bundesregierung garantiert unbegrenzt für den Nennwert aller DM-Münzen und Geldscheine. Dies gilt selbstverständlich auch für Gedenkmünzen. Es besteht deshalb derzeit überhaupt kein „Handlungsbedarf“, DM-Sammlermünzen übereilt zurückzugeben. Erst mal in Ruhe abwarten, wie sich der Wert entwickelt – zum aufgeprägten Nennwert, umgerechnet in Euro, könnte man sie schließlich auch in zehn Jahren noch zurücktauschen.
Bei den über 140 Zweigstellen der Landeszentralbanken (in allen größeren Städten) wird der Umtausch in gültige Zahlungsmittel auch in Zukunft keine Gebühren kosten.

 

Wer hat das Münzrecht in Euroland?

 

 

Wer ist seit der Euro-Einführung für Münzen und Scheine verantwortlich – Bundesbank oder Regierung? Und wie sieht es in anderen Ländern aus?

Florian Gils
64385 Reichelsheim

Anmerkung der Redaktion: Das Münzregal, also das alleinige Recht, Münzen prägen zu lassen, ist auch nach der Euro-Einführung bei den Finanzministern der Mitgliedsstaaten verblieben. Deshalb gibt es auch nach 2001 weiterhin deutsche, französische, österreichische oder spanische Kurs- und Gedenkmünzen - nur eben mit einheitlicher Währung. Anders bei Geldscheinen: Hier ist die Europäische Zentralbank für die ganze Eurozone verantwortlich.

 

Erhaltungsgrade bei Münzen

 

 

Als ich vor ein paar Monaten als Erinnerung an die Mark fünf Kursmünzensätze in Stempelglanz kaufte, habe ich gar nicht darauf geachtet: Was ist der Unterschied zwischen Spiegelglanz, Stempelglanz und Polierte Platte?

Uwe Stephan
per E-Mail

Anmerkung der Redaktion: Bei den Erhaltungsgraden von Münzen – wobei immer die schlechtere Seite den Gesamteindruck bestimmt – sind aus Sammlersicht vor allem die höheren Stufen, von Polierter Platte (PP) bzw. Spiegelglanz, über Stempelglanz (st), bis hin zu vorzüglich (vz), sehr schön (ss) und schön (s), von Bedeutung.

Eine Münze in „Polierter Platte“ – von deutschen Prägestätten auch als „Spiegelglanz“ bezeichnet – weist aufgrund ihrer extrem hohen Prägequalität ein mattiertes Relief auf hochglänzendem Hintergrund auf und muss absolut makellos sein (Achtung: Am besten nicht aus der Originalverpackung und nehmen und nicht mit den bloßen Fingern berühren!).

Frisch geprägte Münzen in Normalausführung, die nicht in den Zahlungsverkehr gelangten und unbeschädigt sind, erscheinen in leicht glänzendem „Stempelglanz“. Den nächst niederen Erhaltungsgrad „vorzüglich“ haben Münzen, die kleinere Verletzungen aufweisen. Jedoch nicht im Relief, denn dann gehören sie – je nach Beschädigungsgrad – in die unteren Kategorien „sehr schön“ bis „schön“. Bei modernen Münzen gilt diese Erhaltung allerdings bereits nicht mehr als sammelwürdig. Lediglich bei antiken Prägungen sind „sehr schön“ oder „schön“ erhaltene Münzen noch von Interesse. Allerdings: Ob ein Stück nun „vorzüglich“ oder nur noch „sehr schön“ ist, lässt man im Zweifelsfall eher einen Fachmann beurteilen.

 

Fehlendes Münzzeichen

 

 

Ich besitze eine 2-Pfennig-Münze der Bundesrepublik Deutschland mit Prägejahr 1981. Diese Münze trägt kein Münzzeichen der Prägeanstalt. Sind solche Münzen bekannt und gegebenenfalls welchen Wert haben diese?

Werner Albrecht
71277 Rutesheim

Anmerkung der Redaktion: Dass Teile des Münzmotivs nicht vollständig ausgeprägt sind, kommt öfter vor. Dies liegt in der Regel an verschmutzten Prägestempeln. Es handelt sich in diesen Fällen jedoch nicht um katalogisierte Abarten oder Varianten, sondern um Prägezufälligkeiten. Anders als bei Briefmarken hat sich hierfür auf dem Münzensektor noch kein Markt gebildet. Deshalb haben diese „Fehlprägungen“ auch keinen außergewöhnlich hohen Handelswert. Dennoch empfiehlt es sich, solche Münzen aufzuheben, da sie interessante Belegstücke sind.

 

Wertvolles Kaiserreich-Gold aus Hamburg

 

 

In Ihrer vorigen Ausgabe schrieben Sie, dass die 20-Mark-Goldmünze der Freien und Hansestadt Hamburg von 1881 sehr wertvoll sei. Ich besitze diese Münze aus dem Jahr 1877. Sie wurde mir in den vierziger Jahren von meinem Großvater, einem Sammler von Goldmünzen, geschenkt, sodass an der Echtheit des gut erhaltenen Stückes kein Zweifel besteht. Diese geschenkte Münze war der Anlass, selbst mit dem Sammeln zu beginnen. Nun meine beiden Fragen: Ist nur die entsprechende Münze aus dem Jahr 1881 infolge einer geringen Auflage so wertvoll? Haben andere Jahrgänge dieses Geldstückes eine ähnliche Wertentwicklung erfahren?

Volker Stahr
50858 Köln

Anmerkung der Redaktion: Wie Sie bereits richtig erkannt haben, ist der 1881er Jahrgang der 20-Mark-Goldmünze Hamburgs (Prägebuchstabe „J“) deshalb so außergewöhnlich teuer (Liebhaberpreise bis über 40.000 DM), weil nur 500 Stück davon geprägt wurden. Aber auch der Wert der anderen Hamburger Kaiserreich-Goldmünzen zu 20 Mark bewegt sich immerhin um die 300 DM. Vierstellige Preise erzielen allerdings – bei „sehr schöner“ bis „vorzüglicher“ Erhaltung – die Jahrgänge 1879 und 1889. Grund: Von den 1879er 20-Mark-Goldmünzen Hamburgs sind nur knapp über 100.000 Exemplare geprägt worden und der 1889er Jahrgang erschien in einer Kleinauflage von gerade mal 14.429 Stück.

 

50 Pfennig "Bank Deutscher Länder"

 

 


Ich habe gehört, dass 50-Pfennig-Münzen aus dem Jahr 1950 mit dem Aufdruck „BANK DEUTSCHER LÄNDER“ einen gewissen Wert haben. Nun habe ich kürzlich in meiner Geldbörse eine dieser Münzen, allerdings aus dem Jahr 1949 „J“ gefunden. Hat auch diese Münze einen Sammlerwert?

Wolfgang Jansen
per E-Mail

Anmerkung der Redaktion: Sofern Ihre 50-Pfennig-Münze noch den Erhaltungsgrad „vorzüglich“ aufweist, ist sie – wie alle übrigen 50-Pfennig-Ausgaben mit Aufschrift „BANK DEUTSCHER LÄNDER“ – maximal mit bis zu 35 Mark katalogisiert. Schließlich sind diese Ausgaben in Millionenauflagen erschienen. Lediglich vom 1950er Jahrgang wurden in Karlsruhe (Prägebuchstabe „G“) irrtümlich nur 30.000 Stück geprägt, weshalb diese Münzen sehr wertvoll sind – Preise in vierstelliger Höhe sind hier keine Seltenheit.

 

Falsche Darstellung auf 10-Euro-Gedenkmünze?

 

 

Die im Deutschen Münzen Magazin vorgestellte erste deutsche Euro-Gedenkmünze entspricht einer Fehlprägung. Auf Seite 12 drucken Sie eine Europakarte anderer Darstellung ab. Auf der abgebildeten Münze sind Schweden und Großbritannien als Mitglieder der Europäischen Währungsunion dargestellt. Welche Version ist nun richtig?

Konrad Selke
06268 Schnellroda

Anmerkung der Redaktion: Mit Ihrer Feststellung haben Sie völlig recht. Unsere Darstellung hebt ausschließlich die tatsächlichen Teilnehmerländer der Europäischen Währungsunion hervor, während die erste deutsche 10-Euro-Gedenkmünze 2002 „Übergang zur Währungsunion“, genau wie die Euro-Kursmünzen, auch die restlichen EU-Mitglieder, Dänemark, Großbritannien und Schweden, in den Vordergrund rückt.

Im Ergebnisprotokoll des Preisgerichts heißt es hierzu: „Auf der Bildseite sind die Konturen des europäischen Kontinents mit besonderer Hervorhebung der augenblicklichen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union erkennbar. Damit wird die Perspektive der Europäischen Union und ihrer Währung bildlich erfahrbar.“

 

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