Leserforum: Die Redaktion anwortet auf häufige Fragen Aktuelles Heft
 
Deutsche Gold-Euros: matt oder glänzend?

 

 

Als ich kürzlich die neue 100-Euro-Goldmünze zur Fußball-WM (Prägebuchstabe G) erhielt, fiel mir auf, dass diese Münze nicht glänzt und eher matter ist als die Ausgaben von 2004 und 2003. Warum gibt es 2005 matte und glänzende Ausgaben?

Carmen Geißler
84428 Buchbach


Ich besitze drei Gold-Euros „Bamberg“ von 2004. Dabei ist die Ausgabe mit dem Buchstaben „D“ (München) leider „stumpf“, die Ausgabe mit dem Buchstaben „A“ (Berlin) nicht ganz Stempelglanz und die Ausgabe „G“ (Karlsruhe) wie üblich Stempelglanz. Sind die „stumpfen“ Ausgaben wertgemindert oder haben diese Prägeanstalten andere Stempel gehabt?

Bernd Leisegau
16321 Bernau

Anmerkung der Redaktion: Diese beiden Anfragen stehen stellvertretend für zahlreiche Leserbriefe, die bei der Redaktion in letzter Zeit eintrafen. Zunächst einmal muss betont werden, dass hinsichtlich „matt“ oder „stumpf“ erscheinenden deutschen Gold-Euros kein Grund zur Besorgnis besteht. Es handelt sich in diesem Zusammenhang nicht um Wertminderungen oder Fehlprägungen, und zwar egal welches Motiv, welcher Jahrgang und welche Prägestätte. Vielmehr hängt der unterschiedliche Glanz deutscher 100-Euro-Goldmünzen mit dem Produktionsprozess, konkret dem Abnutzungsgrad der Prägestempel zusammen. Angesichts der Tatsache, dass die Prägestempel nach mehreren Tausend Münzen wieder aufbereitet oder durch neue ersetzt werden, sind bei 70.000 bzw. 80.000 Gold-Euros pro Prägestätte und Motiv entsprechende Unterschiede im Münzenglanz völlig natürlich. Hierzu stellvertretend die Stellungnahme von Günther Waadt, Direktor des Bayerischen Hauptmünzamtes:
„Die Unterschiede in der Mattierung der Goldmünzen sind das Ergebnis der Stempelbehandlung. In der Ausführung `Stempelglanz´ – in dieser Qualität werden die 100-Euro-Goldmünzen der Bundesrepublik auch angeboten – ist ein wenig glänzender Münzgrund mit sichtbaren Abziehspuren auf dem Stempel durchaus zulässig. Das matte Erscheinungsbild schwächt sich mit fortschreitender Prägung bis zur nächsten Stempelbehandlung etwas ab. Der Münzgrund wirkt dann glänzender, dies zeigt eine Abnutzungserscheinung des Prägewerkzeuges durch den Prägevorgang an. Dieses Phänomen jedoch ist nichts Außergewöhnliches, sondern eher ein Unterscheidungsmerkmal der Stempelglanz- zur Spiegelglanz-Prägung.“

 

Originalrollen deutscher Kursmünzen

 

Kann man bei der Erstausgabe von deutschen Euro-Umlaufmünzen an Hand der Münzrolle feststellen, in welcher deutschen Prägeanstalt die Münzen gefertigt wurden?

Ronald Saß
22767 Hamburg

Anmerkung der Redaktion: Nicht sicher, es werden mitunter auch Papiere anderer Prägestätten verwendet. Wenn Sie aber Glück haben, ist am Rollenende eine Münzseite mit dem Prägebuchstaben zu sehen.


2006 kein Silber-Euro mit „G“

 

 

Als neugieriger Münzensammler ist mir schon seit langem bei jeder Vorausschau/Übersicht für 2006 das Fehlen der „normalen“ 10-Euro-Münze mit dem Buchstaben „G“ aufgefallen. Ist hier was schiefgelaufen oder soll Karlsruhe klammheimlich aus dem Verkehr gezogen werden?

Gerd Römer
53879 Euskirchen

Anmerkung der Redaktion: Wie schon mehrfach im Deutschen Münzen Magazin berichtet, gibt es laut Jahresplanung des Bundesfinanzministeriums 2006 tatsächlich nur vier 10-Euro-Silbermünzen zuzüglich der vierten WM-Ausgabe (mit allen fünf Prägebuchstaben). Das heißt: Karlsruhe (Buchstabe „G“) setzt in diesem Jahr aus. Es wurde mittlerweile vom Bundesfinanzministerium bestätigt, dass es 2007 wieder fünf 10-Euro-Silbermünzen mit allen Prägezeichen geben wird.

 

Messermünzen im alten China

 

 

Ich bin seit vielen Jahren im Besitz einer chinesischen Messermünze. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir etwas über diese Münzen berichten könnten.

Klaus Müller
12619 Berlin



Anmerkung der Redaktion:
Chinesische Messermünzen sind eine interessante Form frühgeschichtlicher Zahlungsmittel, die während der Chou-Dynastie (12.-3. Jh. v. Chr.) für den Geldverkehr hergestellt wurden und sich im Umlauf befanden. Da die Bronzestücke vom Gebrauchsgegenstand Messer abgeleitet waren, stellten sie zunächst eine Zwischenform von Geräte- und Münzgeld dar. Mit fortschreitender Standardisierung und Miniaturisierung nahmen sie allerdings zunehmend Münzstatus an. Dies betrifft vor allem die ab dem 7. Jh. v. Chr. im Reich Qi mit Schriftzeichen versehenen Stücke, die sie als offizielles Zahlungsmittel des Staates ausweisen und dadurch mit zu den ältesten Münzen

 

Auflagen von D-Mark-Münzen

 

 

Gibt es Zahlen oder zumindest ungefähre Anteile, die besagen, wie viel der ursprünglich insgesamt geprägten DM-Münzen auch schließlich nach der Einführung des Euro vernichtet wurden und wie viele „verschwunden“ oder in Sammlerhand geblieben sind?

Thomas Böhme
per E-Mail

Anmerkung der Redaktion: Leider gibt es darüber nur Spekulationen, weil Gedenk- und Kursmünzen als „Bargeld“ gemeinsam erfasst werden. Deshalb lässt sich nicht aufschlüsseln, wie viele DM-Münzen einer bestimmten Sorte (das wäre ja interessant) noch nicht in Euro getauscht wurden. Insgesamt handelte es sich angeblich per Ende 2003 um über 16 Milliarden Mark, davon 7,4 Milliarden D-Mark in Münzen, die noch nicht umgetauscht wurden. Unklar ist insbesondere, wie viele Münzen verloren gegangen sind und wie viele sich noch in Sammlerhand befinden. Es ist jedoch sicher, dass von den ursprünglichen Prägeauflagen nur noch Bruchteile existieren, weshalb langfristig durchaus mit Wertsteigerungen bei selten gewordenen DM-Münzen zu rechnen ist – nur welche das sind, kann heute noch keiner sagen. Also lautet die Devise: aufheben, denn unter den Nennwert können die DM- und Pfennigstücke ja nicht sinken, da sie unbegrenzt in Euro tauschbar bleiben.

 

Glanz bei 1 Euro Luxemburg

 

 

Ich besitze zwei 1-Euro-Münzen von Luxemburg; geprägt 2002 und 2005. Sie unterscheiden sich dadurch, dass auf der Rückseite der älteren Münze der erhabene Bereich (Kopf von Henri und linker Teil des inneren Kreises, auf dem sich Land und Jahreszahl befinden) vollkommen matt im Gegensatz zum glänzenden tieferliegenden Bereich sind. Auf der Münze von 2005 sind beide Höhenbereiche glänzend. Was hat es mit diesem Unterschied auf sich?

Matthias Hopf
98527 Suhl

Anmerkung der Redaktion: Zumeist haben solche Effekte mit dem Grad der Abnutzung der Prägestempel zu tun. Bei sogenannten „Erstabschlägen“ (die ersten Münzen, die von einem neuen Stempelpaar geprägt werden) erscheint der Matt-Glänzend-Unterschied am stärksten, zum Beispiel bei den Münzen in Kursmünzensätzen. Die Mattierung der erhabenen Stellen kann auch durch Abnutzung oder eine spätere Politur von privater Seite den von Ihnen beschriebenen Glanz bekommen.

 

20-Mark-Goldmünze Hamburg von 1912?

 

 

Ich habe eine Goldmünze 20 Mark Hamburg von 1912, welche weder in „Goldmünzen Europas von 1800 bis heute“ noch im „Weltmünzkatalog“ mit diesem Jahrgang aufgeführt ist. Darauf kann ich mir keinen Reim machen.

Andreas Müntzer
per E-Mail

Anmerkung der Redaktion: Die 20-Mark-Münze von Hamburg aus dem Deutschen Kaiserreich wurde nicht mit Jahreszahl 1912 geprägt. Laut „Kleiner Deutscher Münzkatalog“ (Battenberg-Verlag / Schön, G.) handelt es sich unter anderem beim Jahrgang 1912 der betreffenden Goldmünze um „private Phantasieprägungen (Fälschungen)“ aus den Jahren 1954 und 1963.

 

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